Hilfsaktion „Seja Solidario“ für Mosambik  

Wie in den Medien berichtet wurde ging in der Nacht vom Donnerstag den 14. März auf Freitag den 15. März der  Zyklon Idai im Zentrum des Küstenlandes Mosambik, mit einer Windgeschwindigkeit zwischen 160 km/h und  200km/h an Land. Schon die Tage zuvor kam es durch massive Regenfälle auf dem flachen Landgebiet zu Überschwemmungen. 

Die einbrechende Sturmflut von Wellen mit drei bis vier Meter Höhe, die wassergesättigten Böden sowie die extrem starken Winde führten zu einer Katastrophe bislang noch nicht einschätzbaren Ausmaßes. Die bislang bekannten Schäden betreffen die Küstenstadt Beira, die zweitgrößte Stadt des Landes mit etwa 500.000 Einwohnern. Ähnlich wie Holland unterhalb des Meeresspiegels gelegen, wurde Beira bis zu 90 % zerstört. Strom-, Wasser- und Kommunikationsverbindungen waren für eine Woche komplett zerstört. Durch die anhaltend starken Regenfälle von über 200ml/24Stunden - in Rheinhessen regnet es im Jahresdurchschnitt 460ml – kam es außerdem zur Überfüllung von Stauseen in Simbabwe, Schleusen mussten geöffnet werden. Südlich von Beira entstand ein Binnenmeer von 125 Kilometer Länge, 25 Kilometer Breite und 11 Meter Tiefe. Die Ausmaße der Katastrophe werden erst nach und nach deutlich, weite Teile des ländlichen Raumes sind noch nicht zugänglich.

Bis zum 10. April waren in Mosambik 600 Tote gemeldet, 1.641 Verletzte, 1,7 Mio. Menschen betroffen (davon die Hälfte Kinder) durch:

  • Verlust der Häuser: am 23.03. waren 600.000 Menschen obdachlos, die zweitgrößte Stadt des Landes Beira zu 90% zerstört
  • Weitgehender Verlust der kurz bevorstehenden Ernte, viele Menschen leben von Subsistenzlandwirtschaft, also dem, was sie selbst auf ihren Feldern anbauen und ernten. Ohne Ernte kein Essen. In den vier betroffenen Provinzen Sofala, Manica, Zambezia und Tete haben bis zum 18. April 1,3 Mio Menschen Lebensmittelhilfe erhalten, 1,8 Mio hätten Nahrungsmittelhilfe gebraucht (OCHA report n°16 vom 18.04.2019)
  • Verschmutztes Wasser mit erhöhtem Risiko an Cholera, Thypus oder durch die in Wasser und Wärme massenhaft sich entwickelnden Moskitos an Malaria zu erkranken: Bis zum 18. April waren 6.258 Cholerafälle und 2.297 Malariaerkrankungen gemeldet. (OCHA report n°16 vom 18.04.2019)            
  • 750.000 Choleraimpfungen durch WHO, wobei die Choleraimpfung keinen 100%igen Impfschutz bietet und etwa 6 Monate anhält
  • Zerstörte Infrastruktur (Straßen, Schulen, Krankenhäuser, Elektrizität und damit verbundene Wassersysteme sowie Kommunikationssysteme)    
  • Neben diesen Schäden gibt es Probleme mit Treibstoff für Lebensmittel- und Medikamententransporte, fehlen Boote für abgelegene, noch überflutete Gebiete

Die nationalen und internationalen Hilfsorganisationen arbeiten koordiniert – doch es fehlt nach wie vor an allem, insbesondere Trinkwasser, Essen, Medikamenten, Saatgut.

 

Nur fünf Wochen später wurde das Land von einem zweiten heftigen Zyklon der Kategorie 4, “Kenneth“ mit Namen, am 25. April getroffen. Nachdem Kenneth über die Kommoren gefegt war traf er in der nördlichsten Provinz Mosambiks, in Cabo Delgado, an Land – der erste Zyklon, der sich seit den Aufzeichnungen soweit nördlich entwickelt hatte.

Kenneth kam mit Windgeschwindigkeiten zwischen 200 und 220km/h an und verwüstete über 35.000 Häuser.  Besonders schwer traf es die historische Insel Ibo sowie die Distrikte Macomia und Quissanga.

 

Die legendäre deutsche Familie Gessner, die seit den 1920er Jahren auf der Insel Quirimbas lebt, berichtet dass ihr Wohnhaus zu 60%, die Lodge zu 80% zerstört sind und die Kokosplantage noch nicht begehbar ist, um den Schaden dort einzuschätzen.

Kenneth hat sich zu einer sogenannten „tropischen Depression“ gewandelt mit heftigen Regenfällen, erwartet werden 600 ml Niederschlag bis zum 4. Mai.       

 

Um die immense akute Not zu lindern sammelt die mosambikanische Hilfsorganisation „Fundação para o Desenvolvimento da Comunidade“- FDC  Spenden für die Opfer des Zyklons Idai über den Camarakreis Nieder-Olm e.V.

Die von Graça Machel, Witwe des ersten mosambikanischen Präsidenten Samora Machel und Witwe von Nelson Mandela, im Jahr 1990 gegründete Nicht-Regierungsorganisation (NGO) „Fundação para o Desenvolvimento da Comunidade“- FDC, ist eine mosambikanische gemeinnützige Organisation der Zivilgesellschaft, die nicht parteigebunden ist. FDC arbeitet seit 19 Jahren in den mosambikanischen Gemeinden im Bereich Bildung, Gesundheit, Landwirtschaft und Ernährung um die Gemeinden so zu stärken, dass Armut überwunden und soziale Gerechtigkeit erreicht werden kann.

Mit den bestehenden Teams vor Or, insgesamt 13.000 Ehrenamtlichen  sowie der Aktion „Seja Solidário“ (Sei solidarisch) hilft die FDC vom Zyklon Idai und Kenneth betroffenen Menschen nicht nur in der Stadt Beira, sondern auch in den Provinzen Sofala, Manica, Zambesia und Tete insgesamt über 26.000 Haushalten, außerdem in Cabo Delgado.

 

Leiste Deinen Beitrag zur Linderung der größten Not mit einer Spende an den:

Camarakreis Nieder-Olm e.V.

Spendenkonto:            IBAN DE57 5519 0000 0413 7450 19

Kennwort:                   FDC - Zyklon Idai

Spenden sind bis zum 25. Juni 2019 möglich. Wenn Sie eine Spendenbescheinigung wünschen, geben Sie bitte ihre Adresse auf der Überweisung an.

 

 

 

Bild: Kristina Schäfer

NIEDER-OLM - Mit lang anhaltendem wertschätzenden Beifall wurde Pfarrer Lothar Bauchrowitz in der katholischen Kirche St. Georg bedacht. Der Achtzigjährige arbeitete seit 1964 als Missionar in Brasilien und war seitdem in der Großstadt Rondonopolis/Mato Grosso als Pfarrer tätig. Seit 1984 wird seine Arbeit vom Nieder-Olmer Camarakreis unterstützt. Seit seinem Geburtstag im Juli ist er in Ruhestand. Mit dem Gottesdienst wollte der Kreis Danke sagen für sein segensreiches Wirken.

In der Predigt, die nicht nur von Pfarrer Hubert Hilsbos gehalten wurde, sondern in der auch die Camarakreismitglieder Michael Moschner, Martin Seeger, Hildegard Becher und Katrin Pulipara zu Wort kamen, wurde das Wirken von „Padre Lothar“, wie Bauchrowitz in seiner Pfarrei San José genannt wird, gewürdigt. Pfarrer Hubert Hilsbos nannte ihn einen „Mensch der Seligpreisungen“. In dem biblischen Text, der im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand, werden unter anderem diejenigen selig genannt, die Barmherzigkeit zeigen, sich für Gerechtigkeit einsetzen oder Frieden stiften. Deutlich wurde in den Worten der Sprecher, dass Padre Lothars Arbeit von diesen Ansprüchen geprägt war. „Barmherzigkeit ist der Quell der sozialen Gerechtigkeit“, konstatierte Michael Moschner und stellte in diesem Zusammenhang fest, dass der Geistliche seine Einflüsse genutzt hat, um ein Umdenken bei den politischen Verantwortlichen zu bewirken.

Pfarrer Hilsbos nannte Lothar Bauchrowitz einen Friedensstifter und die Arbeit des Camarakreises sei konkrete Friedensarbeit. Die Errichtung der zahlreichen Kindergärten, des Obdachlosenheims, der Wohnstätte für Senioren und der Bau der zahlreichen Häuser für Familien, den der Seelsorger vor Ort unterstützt hat, seien nur Zahlen und Fakten, aber hinter allem stünden Menschen, die Hilfe brauchten, sagte Hilsbos.

Einmal im Jahr stattete Bauchrowitz seiner deutschen Heimat einen Besuch ab und berichtete über seine Arbeit. Die Jugendbegegnung habe der Arbeit des Camarakreises ein neues Gesicht gegeben, freuten sich der Nieder-Olmer Pfarrer und auch die 32-jährige Katrin Pulipara, die die Jugendbegegnungen und den Austausch ehrenamtlich organisiert. Der Weltjugendtag, der 2013 in Rio de Janeiro in Brasilien stattfand, habe den Anstoß gegeben, berichtete die junge Frau. Seitdem gab es dreimal Austausche in beiden Richtungen. Zudem absolvieren in der Regel jeweils zwei Jugendliche aus Deutschland und Brasilien einen Freiwilligendienst in dem anderen Land.

Katrin Pulipara selbst war ebenfalls schon in Rondonopolis in der Pfarrei von Padre Lothar. Er nehme dort die Rolle einer Kultperson ein und sei über alle Generationen hinweg bekannt. Sogar ein Stadtteil sei nach ihm benannt worden, erzählte sie. Sie hat einige Projekte von Padre Lothar dort besichtigt und zeigt sich beeindruckt, wie er es geschafft hat, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Seine Pfarrei wurde inzwischen von einem brasilianischen Seelsorger übernommen, aber Padre Bauchrowitz, der mittlerweile gesundheitlich angeschlagen ist, kehrt dennoch in den nächsten Tagen wieder nach Brasilien, in seine zweite Heimat, zurück.

Text: Margit Dörr

Allgemeine Zeitung Main, 25.10.2018

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