Savi-Snehalaya School Birikulam

In Indien gibt es wenig Möglichkeiten für beeinträchtigte Kinder und Jugendliche eine Schule zu besuchen oder eine Berufsausbildung zu absolvieren. Ihren Alltag verbringen sie meistens zuhause.

2012 wurde von Schwestern des Savina-Ordens, zu dem die Schwesternaus Zornheim gehören, in der Region Kasaragod, dem nördlichsten Distrikt des Bundesstaates Kerala eine Umfrage durchgeführt, die ergab, dass es in diesem Gebiet einen dringend Bedarf an einer entsprechenden Bildungseinrichtung für Menschen mit - in erster Linie geistigen - Beeinträchtigungen gibt. 

Die Verantwortlichen des Ordens entschlossen sich deshalb, die Schule Savi-Snehalaya („Savina Haus der Liebe“) zu gründen. Geleitet wurden sie von der Vision, eine inklusive Gesellschaft zu fördern, in der Kinder mit Beeinträchtigungen gleiche Rechte, Chancen und aktive Teilhabe genießen.

Zurzeit besuchen 31 Kinder und junge Menschen unterschiedlichen Alters die Savi-Snehalaya-Schule. Die Schüler/innen (viele sind Halbwaisen) stammen überwiegend aus Familien mit niedrigem Einkommen, die Eltern sind als Tagelöhner und Lumpensammler tätig. Finanzielle Einschränkungen beeinträchtigen den Zugang der Kinder zu qualitativ hochwertiger Bildung und Unterstützungsangeboten erheblich. Viele Eltern sind Migranten und leben nomadisch in Zelten. Dieses Nomadendasein führt zu Instabilität im Leben der Kinder und erschwert ihnen den Besuch einer Regelschule. Eine Schule - ausgerichtet auf ihren speziellen Bedarf - kann Stabilität und Kontinuität in der Ausbildung bieten. Aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse ist es den Familien in der Regel nicht möglich, Schulgebühren zu zahlen, sodass die Kosten in voller Höhe durch Mittel des Ordens und Spenden getragen werden müssen.

Das umfassende Ausbildungsprogramm umfasst grundlegende Selbstpflegefähigkeiten bis hin zur beruflichen Kompetenz. Das Gelingen ist den engagierten und gut ausgebildeten Lehrkräften zu verdanken, die die Stärken und Schwächen der Kinder verstehen, ihnen Zuneigung und Geduld schenken und ihnen die notwendige Betreuung und Unterstützung bieten, um ihnen zu helfen, die Realitäten des Lebens zu meistern. 

Berufsausbildung spielt eine zentrale Rolle bei der Integration geistig behinderter Kinder in die Gesellschaft. Die Schule bietet Ausbildungen in Kunsthandwerk, Blumenherstellung, Gartenbau und Gartenarbeit an, damit die jungen Menschen Freude und Erfüllung in ihrer Ausbildung finden.

Einen hohen Stellenwert nimmt auch die Beteiligung an Sportwettbewerben sowie an Special Olympics auf regionaler, Landes- und Bundesebene ein. Die Erfolge bei den Special Olympics auf Landesebene erfüllen die Schule mit Stolz und stärken das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden.

Jährliche Feiern bieten den Schüler/innen eine Plattform, ihre künstlerischen Talente zu präsentieren und so ihr ganzheitliches Wachstum und ihre Entwicklung zu reflektieren. Neben Sport und künstlerischen Aktivitäten legt die Schule Wert auf die Entwicklung von Lese-, Schreib- und kognitiven Fähigkeiten. Ein gut geplanter Stundenplan mit Angeboten für Tanz, Musik und Yoga trägt zum Glück und zur Zufriedenheit der Schüler/innen bei.

Derzeit ist der Savina-Orden dabei - auch aufgrund staatlicher Vorgaben - das bestehende Gebäude zu erweitern, um zusätzliche Räume zu schaffen (Therapieräume, Schlafräume, Mehrzweckräume, Sanitäranlagen, …) und weiteren Kindern die Möglichkeit zum Schulbesuch zu bieten.

Wir haben uns nun dazu entschlossen, dieses wichtige Projekt zu unterstützen und finanzielle Mittel für die Anschaffung erforderlicher Materialien und Ausstattungen zur Verfügung zu stellen. Dies sind zum Beispiel: Therapiestühle, digitale Sprechtrainer, Bällebad, abwaschbare Matratzen, Sportgeräte, Therapiespiele, … Darüber hinaus möchten wir versuchen, Partnerschaften mit Einrichtungen hier vor Ort zu etablieren. 

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